Balance ist einer unserer Ursprungszustände und somit auch gleichzeitig der Zustand, den wir immer wieder anstreben. Wir sind so sehr mit diesem Zustand verknüpft, dass wir das meist nicht spüren und die Wichtigkeit von Balance ist uns somit nicht bewusst. Erst wenn wir durch etwas aus der Balance geraten und diesen natürlichen Zustand verlieren wird uns bewusst wie wichtig diese Balance für uns ist: wir wollen sie wieder spüren und werden sofort aktiv.
Meist jedoch werden wir genau so lange aktiv bis es wieder für uns passt. Wir brauchen unbedingt mehr Klarheit und Bewusstheit über die Wichtigkeit von Balance für uns, sowie das Prinzip, was sich durch sie offenbart. Erkennen wir das, kann sich für uns ein Tor zu tieferen Geheimnissen und Wahrheiten des Lebens eröffnen.
Balance ist dynamisch und lebendig und kein statischer Zustand. Wenn wir ?ausgeglichen? sind, es uns rundherum gut geht und alles passt, dann wollen wir, dass es für immer so bleibt. Wir wollen es uns hier bequem machen und ?hoffen?, dass wir so lange wie möglich hier drin bleiben können.
Die Tatsache, dass wir den Zustand aber durch Passivität und Festhalten nicht halten können, zeigt dass wir ein Missverständnis haben, wie Balance funktioniert und die Spielregeln nicht kennen. Alles Leben und vor allem Fortschritt und Ent-wickelung* (Erläuterung Ende S. 6) beruht auf Veränderung und unterliegt somit einer Dynamik. Somit stellt Balance keine Selbstverständlichkeit dar, sondern erfordert tagtägliche, selbstverantwortliche bewusste Arbeit.
Aktiv ? selbst ? eigenverantwortlich ? immer.
Es bedarf einer Auseinandersetzung und Verständnis davon um überhaupt aktiv werden zu können. Ich muss die Spielregeln kennen, um das Spiel spielen zu können. Wenn ich weiß, dass Balance ein dynamischer Zustand ist, auf den ich Einfluss habe, ist schon sehr viel gewonnen.
Als nächstes muss ich prüfen, wo auf der Balanceskala ich mich befinde. Ohne Orientierung ist kein Einwirken möglich.
Wahrnehmen ? akzeptieren ? loslassen ? weitergehen
Das braucht es um gut mit Balance klar zu kommen. Wir haben vorwiegend die folgenden Mechanismen:
a) Wahrnehmen ? akzeptieren ? festhalten bis in alle Ewigkeit:
wenn wir ausgeglichen sind, es uns gut geht, alles passt. Wir richten es uns gemütlich in unserer Komfortzone ein.
b) Wahrnehmen ? kämpfen ? weghaben wollen ? einen Schuldigen suchen/Verdrängen/Fliehen/Ablenken:
Das ist die Kette, wenn wir schon raus sind und wieder die Balance suchen.
Wenn ich allerdings schon raus bin, dann brauch ich in erster Linie Akzeptanz. Akzeptanz, dass die Situation so ist, wie sie ist, Weichheit und Liebe zu mir selbst. Akzeptanz ist ein Hinnehmen von ?etwas?, was bereits völlig präsent in meinem Leben ist. Es zeigt sich schon komplett, weswegen Leugnung, Kampf und Abkehr völlig unmöglich ist. Und erst wenn ich das wirklich hinbekommen habe, dann lasse ich los und die Dinge können verändert werden.
Klingt in der Theorie einfach, ist aber in der Umsetzung verdammt schwer, vor allem weil wir oft unsere Kämpfe und mangelnde Akzeptanz gar nicht wahrnehmen oder wahrnehmen wollen.
Wir nehmen Balancezustände wie beispielsweise Gesundheit als selbstverständlich an und sind völlig fassungslos, wenn wir krank werden. Dann werden wir aktiv, kämpfen und tun alles, um wieder gesund zu werden. Sind wir dann erstmal wieder gesund, machen wir meist weiter wie bisher und reflektieren selten darüber was die Erkrankung uns sagen wollte, geschweige denn leiten Veränderungen unserer Lebensverhältnisse ein.
Dabei wäre es so wichtig einmal inne zu halten, wenn wir wieder mal aus der Balance sind und sich zu fragen:
?Wo bin ich denn rausgepurzelt?
Welche Grenze habe ich wiederholt überschritten, dass das Gleichgewicht gekippt ist und vor allem: was will mir das sagen??
Damit ich aber erst diese Fragen stellen kann, muss ich mich damit auseinandersetzen, wie wichtig Balance für uns ist und wie sehr das mit uns und unseren Zellen verknüpft ist. Und wenn man hier ein wenig tiefer blickt und einem die Genialität aller Regelsysteme, wie beispielsweise das vegetative Nervensystem, Säure-Basen-Haushalt, Hormone etc. nur auf rein körperlicher Ebene entgegenscheint, kann man nicht anders als demütig werden und bewusster damit umgehen.
Grundsätzlich gilt: wenn uns etwas auf so vielen Ebene entgegen leuchtet und unseren gesamten Organismus prägt und durchdringt, steckt eine Gesetzmäßigkeit dahinter. Etwas durchwirkt uns!
Doch bevor ich näher auf die verschiedenen Balancesysteme auf diversen Ebenen eingehe, ist es wichtig zu wissen, warum wir immer nach Balance streben, was als Gesetzmäßigkeit dahinter steckt und wirkt. Wir brauchen die Klarheit über die Gesetzmäßigkeit die wirkt, um die Ursache zu begreifen. Ohne Kenntnis über die Ursache ist kein Einwirken bzw. adäquater Umgang möglich.
Die hermetischen Gesetze sind kosmische Gesetze und für alle Ebenen des Seins, und somit für alles Leben gültig. Sie sind ewig und unabänderlich. Sie sind die ultimativen Spielregeln des Lebens, die wirklich uns alle betreffen.
Dabei geht es hier nicht um Glauben, sondern um Wirkung. Wenn etwas wirkt kann man über die Art und Weise, also den Ausdruck, Rückschlüsse auf die Wirkkraft treffen. Bewusst oder unbewusst, sie wirken immer.
Die Natur spiegelt uns tagtäglich in eindrucksvoller Weise die Prinzipien entgegen und auch wir erleben sie komplett in und durch unseren Körper und unser Leben. Das Wissen, bzw. die bewusste Auseinandersetzung mit den hermetischen Gesetzen führt zu mehr Klarheit, Eigenverantwortung und erleichtert uns das Leben.
Die Grundlage warum Balance ein Lebensthema von uns ist und warum wir diesen Zustand immer anstreben, liegt in dem Hermetischen Gesetz der Polarität begründet.
Das Gesetz der Polarität beschreibt die Dualität aller Dinge. Es erklärt, dass nichts ohne ein entsprechendes Gegenteil existieren kann. Alles kommt im Doppelpack, alles hat zwei Pole.
Doch das Gesetz der Polarität weist nicht nur auf die Gegensätzlichkeit hin, sondern verdeutlicht vor allem, dass scheinbare Gegensätze ein und dasselbe sind. Sie sind ihrer Natur nach identisch und unterscheiden sich lediglich im Grad ihrer Erscheinung.
So sind beispielsweise ?Hitze? und ?Kälte? für uns offensichtliche Gegensätze. Doch eigentlich sind es nur zwei subjektive Empfindungen ein und desselben Dings: Wärme. Man kann nicht sagen, dass dort Kälte aufhört und dort Hitze beginnt. Sie gehen ineinander über. Die scheinbar gegensätzlichen Extreme berühren sich. Genauso verhält es sich mit ?richtig? und ?falsch?, ? ?links? und ?rechts?, ?klein? und ?groß?, ?positiv? und ?negativ?.
All dies sind gegensätzliche Pole, doch keines von ihnen ist absolut definierbar.
Drehst du dich um 180°, wird rechts zu links und links zu rechts. Änderst du deine Sichtweise bezüglich etwas, kann aus einer negativen Bewertung eine positive werden. Wenn ich immer nach Norden gehe, werde ich irgendwann zwangsläufig nach Süden gehen. Nichts ist festgelegt!
Eigene Wahrheiten, Meinungen, Sichtweisen und Standpunkte sind immer nur ein Teil des Ganzen. Sie sind nie absolut und beinhalten stets das Gegenteil in sich. Ohne Schwarz gibt es kein Weiß und ohne Weiß kein Schwarz. Alles ist miteinander verwoben und existiert nur durch die Existenz des entsprechenden Gegenpols. Man kann das Licht nur erfahren, wenn man die Dunkelheit kennt.
Dabei bezieht sich das Gesetz der Polarität nicht nur auf physisch Wahrnehmbares (wie Wärme, Licht, Größe), sondern auf alles was wir auch innerlich empfinden oder von dem wir uns Begriffe bilden. Jeder Begriff hat einen Gegenbegriff. Alles hat zwei Seiten. Dabei ist alles relativ und geprägt von persönlichen Erfahrungen, Wertungen, Meinungen etc. Was für den einen Lärm bedeutet kann für den anderen noch im Rahmen des normalen Geräuschpegels liegen.
Das Gesetz der Polarität besagt somit nicht anderes, als dass alles RELATIV ist. Und diese Relativität ist individuell und somit ist unsere Balance auch individuell und relativ. Wenn wir nun grundsätzlich alle den für uns individuellen Zustand der Mitte anstreben, sollten wir für uns davor erstmal innehalten und wahrnehmen/spüren wo auf der Skala des (inneren) Wohlbefindens wir gerade unterwegs sind.
Wir brauchen Klarheit und Orientierung darüber. Erst nach dem wir unseren Standort wahrgenommen und so akzeptiert haben, ohne ihn zu werten, können wir uns in die Richtung wenden, die wir gehen wollen.
Um dieses Prinzip zu verdeutlichen möchte ich nun einige unserer Balancesysteme und unseren Umgang damit aufzeigen.
Betrachtet man den Körper ganz plump ohne irgendwelche Vorkenntnisse, so kann man ihn verschieden aufteilen. Es gibt eine Vorder- und eine Rückseite. Wir können den Körper aber auch aufteilen in links und rechts oder oben und unten. Kein Teil steht für sich allein, alles hat ein Gegengewicht.
Nimmt man die Muskeln und Gelenke genauer unter die Lupe, wird man sofort mit der Balance konfrontiert.
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Der Sympathikus ist der aktivierende Teil unseres Nervensystems und bringt uns in Aktion, lässt uns den Tag bewältigen und schützt uns durch den Kampf- oder Fluchtmechanismus vor Gefahren.
Demgegenüber steht der hemmende Parasympathikus, welcher uns entspannen lässt, für langfristige Gesundheit sorgt und uns auch nachts schlafen lässt.
Halten sich die beiden die Waage sind wir meist gesund. Heutzutage haben wir aufgrund unserer Lebensverhältnisse ein ganz krasses Missverhältnis von Sympathikus zu Parasympathikus. Wir befinden uns durch die enorme Reizdichte unseres Alltags fast nur noch auf der Seite des Sympathikus und haben massive Problem runterzukommen. In einem Wort ausgedrückt sind wir im STRESS.
Somit lässt sich Stress einfach nur als eine Dysbalance von Sympathikus zu Parasympathikus definieren. Am Beispiel von Stress wird schon deutlicher, wie schwer wir uns tun wieder in Balance zu geraten.
Wir bedienen uns hier der gleichen Herangehensweise wie beim Muskeltraining. Der Sympathikus als der überlastete, daueraktive ?Muskel? braucht mehr Gegengewicht vom vernachlässigten Parasympathikus.
Die Herangehensweise ist es dann oft, mehr Reize auf der Seite des Parasympathikus zu setzen, als Gegenmaßnahme zu der überhöhten Aktivität auf seitens des Sympathikus.
Das Problem ist nur, dass wir einerseits unter einem enormen Zeitmangel den ganzen Tag über leiden; andererseits noch zusätzliche ausgleichende Gegenreize suchen. Setzen wir nun für jeden Reiz einen Gegenreiz und versuchen das Verhältnis von Sympathikus zu Parasympathikus so wieder in die Balance zu bringen, scheitern wir einfach an unserem 24 Stunden Tag.
Und allein der Versuch bringt uns in enormen Stress. Das Wort Freizeitstress beschreibt am besten, was wir uns antun und auch die Erfolglosigkeit, die wir spüren, wenn wir es nicht schaffen uns zu entspannen. Also bedarf es einer anderen, tieferen Herangehensweise an das Thema.
Es lassen sich fast unzählige weitere Beispiele für unsere körperlichen Regelkreisläufe finden, wie bereits oben erwähnt. Halten wir einen Moment inne und resümieren die wichtigsten Punkte aus dieser körperlichen Beobachtung:
? unser gesamter Körper besteht mehr oder weniger aus Regelkreisläufen bzw. Balancesystemen ? das Thema Balance ist umgehend mit unserem Körper verknüpft.
? wenn sich etwas überall auf körperlicher Ebene ausdrückt, dann gilt das für unser gesamtes Leben und ist ein übergeordnetes Thema ? Prinzip der Polarität steckt dahinter und wirkt immer.
Damit wir überhaupt aktiv werden können, müssen wir die Hintergründe und Regelkreisläufe bis in die Tiefe verstehen. Sind wir da angelangt, geht es auch nicht darum sofort aktiv zu werden, sondern erstmal darum, alles so zu akzeptieren wie es ist.
Gehen wir sofort in blinden Aktionismus, entspricht das in gewisser Weise einem Kampf. Aber Kampf löst ein Thema nie auf. Zunächst einmal gilt es alles so zu akzeptieren, wie es gerade ist und weich mit uns selbst zu sein.
Akzeptanz fällt uns heutzutage mit am schwersten, da es doch bedeutet, dass ich Verantwortung für meine jetzige Situation übernehme und ?Schuld? bin an meiner Misere.
Dabei gibt es keine Schuld, sondern nur Verantwortung. Aufgrund von Prägungen, Erziehung, Erfahrungen etc. haben wir oftmals eine Verdrehung von Schuld und Verantwortung. Wir übernehmen ungern die Verantwortung für unser Handeln, weil wir nicht schuld sein wollen.
Dabei ist Schuld nicht real und nur ein Konstrukt mit dem wir uns selbst klein halten.
Erlauben wir uns unsere volle Größe und fangen an für uns, unser Leben und unser Handeln die Verantwortung zu übernehmen, erfahren wir durchaus Wunderbares.
Eigenverantwortlich sein und zu leben bedeutet, dass ich für mich verantwortlich bin, und zwar gesamt und ganzheitlich ohne irgendwelche Ausnahmen und vor allem, dass ich dazu stehe. Insofern hängen Akzeptanz und Eigenverantwortung eng miteinander zusammen.
Akzeptanz heißt, dass ich in unserem Beispiel erstmal nicht aktiv werde, sondern die Situation so annehme/hinnehme wie sie gerade ist. Das wiederum erfordert eine Menge Weichheit und Einsicht mit uns selbst, welche auch immer weniger in Mode ist in unserer heutigen Leistungsgesellschaft.
Haben wir dann die wirkliche Akzeptanz gelebt und integriert, geht es jetzt darum aktiv zu werden. Aktiv werden heißt in diesem Fall zu spüren, was ich brauche und es mir zu erfüllen.
Die eigenen Bedürfnisse spüren, weich und ehrlich mit sich selbst und zu sich zu stehen. Sich selber wichtig nehmen und es wert zu sein die eigenen Bedürfnisse eigenverantwortlich umzusetzen und sie auch so zu kommunizieren.
Die eigenen Bedürfnisse zu kennen, sie zu lernen und sich gesund abzugrenzen ist ein wichtiger Schlüssel für Gesundheit.
Wer traut sich denn heutzutage noch ehrlich seine Meinung zu sagen?
Wer sagt Wirklich ?nein? und steht dazu?
Wie oft überschreiten wir unsere eigenen Grenzen, machen Dinge, die uns schaden oder widerstreben und wie oft richten wir uns nach dem, was wir wirklich heute brauchen würden?
Auch hier ist das Verhältnis von dem was förderlich für uns wäre, zu dem was uns schadet, gestört. Als Entschuldigung wird gerne der Faktor Zeit angebracht. Wie oft sagen wir:
?Ich habe nicht so viel Zeit für mich und um mich mit mir auseinanderzusetzen?.
So lange ich in meiner Freizeit zum Handy oder zur Fernbedienung greifen kann, habe ich auch Zeit für mich und meine Bedürfnisse. Allerdings ist Selbstreflektion und Bewusstseinsarbeit unangenehm und bisweilen schmerzhaft.
Es erfordert eine Menge Mut, sich und sein Leben zu reflektieren, zu akzeptieren, um dann die nötigen Gegenmaßnahmen einzuleiten, um wieder in Balance zu kommen.
Den Mut brauchen wir auch, um auch unser Ego zu entlarven und beispielsweise einzusehen, dass wir unseren Job nur deswegen lieben, weil wir hohes Ansehen genießen und das Gehalt stimmt.
Aber zurück zur Balance.
Die oben genannten Beispiele auf körperlicher Ebene sind zwar schon ein wenig kompliziert zu entziffern, aber wenn wir wollen können wir das Ganze noch nachvollziehen und dementsprechend handeln. Ein wenig schwieriger wird es, wenn wir die emotionale Komponente miteinbeziehen.

Nehmen wir beispielsweise das Ellenbogengelenk:
Das Ellenbogengelenk kann gebeugt und gestreckt werden. Dazu bedarf es verschiedener Muskeln. Ein Muskel allein ist NIE in der Lage in ein und demselben Gelenk zwei entgegengesetzte Aufgaben zu erfüllen.
In anderen Worten benötigen wir unter anderem den Biceps um den Arm zu beugen und den Triceps, um den Arm wieder zu strecken. Beide Muskeln bewegen den Arm, allerdings in gegensätzlicher Art und Weise. Ist der Biceps nun der Agonist für die Beugung, so ist der Triceps der Antagonist dazu.
Drehen wir die Sichtweise um, so ist der Triceps der Agonist für die Streckung und der Biceps der Antagonist dazu.
Alles ist relativ und eine Frage der Sichtweise. Nichts ist von Natur aus einer bestimmten Eigenschaft zugewiesen.
Erst das eigene Denken entscheidet, was wir wo zuordnen. Jeder Muskel hat immer einen antagonistischen Muskel, mit dem er in Verbindung steht, damit das Gelenk seine volle Funktion entfalten kann. Hätten wir nur einen Biceps ohne Triceps als Gegenspieler, wäre unser Arm in einer Dauerbeugung fixiert und wir könnten viele Bewegungen nicht ohne weiteres durchführen.
Betrachtet man anhand dieses Beispiels mal alle Gelenke des Körpers so kann man ob dieser Genialität nur in demütiges Staunen verfallen.
Diese Genialität, wie am Beispiel der Muskulatur aufgezeigt, ist uns so lange nicht bewusst bis wir in irgendeinem Abschnitt unseres Körpers aufgrund muskulärer Dysbalancen Schmerzen bekommen.
Der Schmerz dient in diesem Fall als Hinweis darauf, dass etwas nicht mehr in der Balance ist, in diesem Fall das Verhältnis unserer Muskeln zueinander.
Eine Dysbalance entsteht auf muskulärer Ebene durch eine gewisse Einseitigkeit, beispielsweise durch zu langes Sitzen.
Anders ausgedrückt, wird eine Bewegung zu viel ausgeführt und eine andere vernachlässigt. Der eine Muskel wird überbeansprucht, ist dauerhaft aktiv, und wird immer kürzer; während der Gegenspieler zu dem jeweiligen Muskel kaum noch arbeitet und immer mehr verkümmert.
Kurzfristig gesehen ist das alles kompensierbar, langfristig gesehen geraten wir aus der Balance. Und damit wir das überhaupt wahrnehmen und reagieren können, zeigt es uns unser Körper durch Schmerz. Durch gezieltes Dehnen des überlasteten Muskel und Kräftigen des vernachlässigten, kommen wir ziemlich schnell wieder in die Balance und das Thema ist gegessen.
So weit so gut, gehen wir jetzt eine Ebene tiefer, was die Balance angeht, und zwar zum Nervensystem. Auch hier haben wir zwei entgegengesetzte autonome Systeme, die mit den Aufgaben, die sie erfüllen beide gleich wichtig für unser Überleben sind.
Gehen wir mal von der körperlichen Balance über zur seelischen. Wo drückt sich in unserem Leben seelische Balance aus und was ist das überhaupt?
Seelische Balance spiegelt sich in einer gesunden Psyche wider. Eine gesunde Psyche zeigt sich unter anderem in körperlicher Gesundheit, sowie in Liebe sich selbst und anderen gegenüber, Gemütsruhe, Empathie, Akzeptanz, Gelassenheit, Selbstvertrauen, Klarheit und einigem mehr.
Viele dieser Eigenschaften sind für mich die wahren Superkräfte unserer heutigen Zeit.
Emotionen und der angemessene Umgang damit sind der Schlüssel zur mehr seelischer Balance. Können wir Emotionen als solche erkennen, sie akzeptieren und angemessen mit ihnen umgehen sind wir meist im Fluss.
Im Fluss ist hier ganzheitlich gemeint. Lasse ich meine Emotion raus, wird sie nicht in den Körper sinken und dort zu Blockaden oder ähnlichem führen. Aber lassen wir uns die Kette von Anfang bis Ende durchdenken.
Emotionen sind energetische Hinweise unserer Psyche. Hinweise auf etwas, was noch nicht in Balance ist und uns schmerzt. Etwas was uns belastet, triggert, noch nicht bearbeitet oder einfach noch nicht im Reinen ist.
Ähnlich wie körperlicher Schmerz, welcher lediglich eine neutrale Information ist, zeigen uns unsere Emotionen nur an, dass wir nicht ganz mittig sind. Können wir das so annehmen, dann fällt uns auch die Bearbeitung leichter.
Nur sind wir hier noch ratloser als auf körperlicher Ebene, weil dieses Thema komplett fehlt in unseren Breitengraden. Es fehlt im Elternhaus, der schulischen Erziehung, es fehlt einfach komplett. Es fehlt deswegen, weil es viel mehr noch als bei körperlichen Themen mit Schmerz belegt ist.
Und zwar mit seelischem Schmerz den wir noch schlechter vertragen als physischen. Unser Umgang mit unseren Emotionen ist ein gesellschaftliches Problem. Es wird an keiner Ecke gelebt, sondern nur totgeschwiegen.
Funktionieren ist für die Wirtschaft und die Gesellschaft angenehmer als Aufmerksamkeit. Und Emotionen purzeln aus der Reihe, bzw. lassen uns aus der Reihe purzeln und verursachen Aufmerksamkeit.
Emotionen zulassen verknüpfen wir mit ultimativem Kontrollverlust, und das in einer Zeit, wo wir meinen alles unter Kontrolle zu haben.
Wir streben nach Sicherheit und Kontrolle in oder besser gesagt über unser Leben. Leben beinhaltet allerdings per definitionem schon der Hauptkomponenten Veränderung und Ent-wickelung. Beide Faktoren vereinen einen dynamischen, fließenden Charakter.
Stellt man nun demgegenüber Kontrolle und Sicherheit (wie wir uns unser Leben wünschen) zeigt sich hier, dass wir ein ähnliches Missverständnis von Leben haben wie von Balance.
Lernen wir den richtigen Umgang mit Emotionen, merken wir wie kurz sie allerdings nur die Aufmerksamkeit fordern. Da die emotionalen Themen tief mit unseren Verwundungen verknüpft sind und viel mehr schmerzen als es der Körper jemals könnte, scheuen wir uns davor.
Dabei begleiten sie uns tatsächlich schon ein Leben lang und werden uns durch die verschiedensten Menschen immer und immer wieder gespiegelt. Ein ?liebevoller? Informationsspiegel, welcher einfach nur sagt:
?Schau da nochmal genauer hin?.
Genauer hinschauen ist allerdings unangenehm und unbekannt und wir verschieben es gerne auf später, nur nehmen wir dieses später selten wahr?.
Alles was wir haben, was in uns steckt auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene hat einen Sinn und will gelebt werden. In Bezug auf Emotionen heißt das nur, dass wir sie nicht wegschieben und ignorieren, sondern genau das Gegenteil praktizieren sollten:
Wir sollten die jeweilige Emotion wahrnehmen ? akzeptieren ? weich bleiben ? ihr einen Rahmen geben ? ausagieren
Und damit meine ich nicht, dass wir uns im Meeting fallen lassen und uns unserer Trauer oder Enttäuschung maßlos hingeben sollten.
Es geht vielmehr darum, jegliche Emotion wahrzunehmen und ihr durch unseren Verstand einen geordneten Rahmen zu geben. Geordneter Rahmen heißt nichts anderes als sie zeitnah komplett oder so weit als möglich auszuagieren. Gehen wir so damit um, so erfahren wir die heilsame Wirkung von Emotionen.
Wir erfahren die Stille, absolute Windstille, wenn nichts mehr da ist und nichts mehr schiebt. Wir erfahren die Ruhe nach dem Sturm, die Reinigung, eine unendliche weiche Weite, die uns neu strukturiert und uns neu erfinden lässt.
Jedes Mal, wenn wir so mit Emotionen umgehen, kommen wir schneller wieder in Fluss. Wir wachsen in Authentizität, Ruhe und Gelassenheit.
Wir werden weicher mit uns und unseren Mitmenschen. Wir heilen uns selbst und andere. Wie wunderbar!
Dazu erfordert es einmal mehr Mut, Wille und Vertrauen.
Mut und Vertrauen, weil wir uns auf das zunächst Ungewisse einlassen. Wir wissen nicht was passieren wird, wie es uns gehen wird, was wir danach empfinden werden oder wie es weitergehen wird.
Und wir brauchen Wille, weil es keinen wirklichen Anlass dazu gibt es zu tun, außer den Wunsch zu sich zu finden, authentisch und vor allem integral gesund zu werden. Diese drei Superkräfte, Mut, Vertrauen und Wille sollten eigentlich nicht so schwer aufzubringen sein und in der Theorie klingt das alles super einfach. In unserer Praxis des Alltags und vor allem wenn wir in unseren Themen getriggert werden sieht das allerdings gleich ganz anders aus.
Betrachten wir nun den Zusammenhang von Emotionen, Körper und Gesundheit.
Was passiert nun, wenn wir die oben beschriebene Kette der Emotionen in die andere Richtung gehen?
Wie bereits erläutert, ist es eine der wichtigsten Grundannahmen für uns und unser Leben, dass alles, was sich in unserem Leben zeigt, einen Sinn hat. Sinn heißt, dass es für das, was sich bei mir zeigt einen persönlichen und spürbaren Bezug gibt.
Dieser individuelle Bezug wiederum hilft uns unser Leben und unsere Themen mehr und mehr zu entschlüsseln, wenn wir uns darauf einlassen und uns damit beschäftigen.
Verweigern wir den persönlichen Bezug, warum auch immer, beginnen wir meist zu kämpfen, gegen die Krankheit, das Symptom, vor allem aber gegen uns selbst und es wird mitunter unangenehm.
Für Emotionen heißt das ganz konkret, dass wir uns Emotionen, die wir nicht ausleben, regelrecht in den Körper einverleiben. Die Emotion und ihre Energie muss ja schließlich irgendwo hin. Wenn ich sie auslebe, mache ich sie nutzbar und integriere sie als Kraft. Erlaube ich mir das nicht, halte ich die Energie im Körper aufrecht und sie arbeitet in ihrer eigenen Art und Weise.
Und auch hier kommt es auf die Menge bzw. Dauer an. Wenn ich über Jahre meinen Ärger runterschlucke, bekomme ich wohlmöglich Magenschmerzen, Sodbrennen, ein Geschwür, Gastritis etc. Der altertümliche Volksmund hat hier schon die richtigen Worte gewählt, wie zum Beispiel der Satz ?das ist mir auf den Magen geschlagen?.
Je stärker die unterdrückte, nicht gelebte Emotion ist und je mehr mich das Thema, welches damit zusammenhängt, schmerzt und ich mir somit nicht den Lebensfluss erlaube, desto heftiger wird der körperliche Ausdruck (das Symptom) sein.
Unsere Seele versucht immer mit uns zu kommunizieren. In Form von liebevollen Hinweisen wie beispielsweise Emotionen.
Sie gibt uns die Chance genauer hinzuschauen und das Gleichgewicht so wiederherzustellen.
Da wir auf unseren Körper mehr hören als auf unsere Seele und wir auch deutlich eingeschränkter in unserem Alltag sind, wenn unser Körper ins Stottern gerät, werden wir hier schneller aktiv. Wir setzen uns damit auseinander, wenn es nicht mehr anders geht, aber meist wählen wir auch hier den sogenannten Quick fix und greifen zum Medikament oder Schmerzmittel, damit wir möglichst schnell wiederhergestellt sind.
Kurzfristig mag das funktionieren, wenn langfristig eine Änderung der Lebensweise eintritt ist, löst sich sogar das gesamte Thema auf. Aber wenn ich mich nie mit mir und meinen Themen auseinandersetze und den Bezug nicht herstellen will im Sinne der Frage: ?was hat das mit mir zu tun??, wird es schwierig.
Unser Körper ist von Grund auf selbstlos und somit absolut auf Kompensation und ausgleichen ausgelegt. Ständig werden Aufgaben verteilt und auch von anderen Spezialisten übernommen, bis zu einem gewissen Punkt, bis das Fass voll ist. Wir haben immer die Möglichkeit tiefer zu schauen und uns zu verändern. Wir müssen nur die Sprache der Seele wieder erlernen.
?Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare?
- Christian Morgenstern -
Die Psychosomatik ist wie ein spannendes lebendiges Puzzle am Menschen und wenn man einmal die Sprache gelernt hat, lässt sie einen nicht mehr los. Die Genialität, welche sich hier zum Ausdruck bringt, Genialität im Zusammenklang von Körper und Seele, sowie Genialität und Einfachheit der Sprache, ist absolut göttlich und sollte uns zutiefst demütig werden lassen.
So etwas kann sich kein Mensch ausdenken. Dies zeigt sich auch dadurch, dass wir viel zu wenig Gebrauch davon machen und kein finanzieller Profit dahintersteht.
Selbstheilung ist nicht schick und bringt vor allem kein Geld. Was es jedoch bringt, sind Entfaltung, Freiheit, Liebe, Wahrheit und Eigenverantwortung.
Und das sind ur-menschliche Qualitäten, die man mit keinem Geld der Welt kaufen kann.
Psychosomatisch betrachtet ließe sich jede Erkrankung durch uns selbst heilen. So sind wir fast alle zu irgendeiner Phase unseres Lebens, meist in frühester Kindheit oder als Baby, komplett gesund gewesen.
Wir werden im Laufe unseres Lebens krank und die Krankheit lassen wir im Prinzip her aus uns selbst entstehen, damit wir wach werden und einen anderen Weg einschlagen, um wieder zurück zu unserem ursprünglichen Lebensplan zu finden. Dieser Weg ist der Weg des Erwachens und der Bewusstwerdung, der Weg der Freiheit, Selbstbestimmtheit und der Liebe, welcher auch mitunter schmerzhaft ist.
Es ist der Weg durch die Angst hindurch zur Entfaltung unseres göttlichen Potentials.
?Our deepest fear is not that we are inadequate. Our deepest fear is that we are powerful beyond measure. It is our light, not our darkness that most frightens us.
- Marianne Williamson -
Die breite Masse zeigt in gewisser Art und Weise immer an, wo wir als Menschheit gerade stehen und was das wirkliche und tiefe Eigenverständnis angeht, sind wir noch recht planlos unterwegs.
Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass wir nur anerkennen, was wir physisch sehen und in die Hand nehmen können. Das ist aber einfach längst überholt und nicht haltbar, weil jeder von uns Emotionen anerkennt und ihnen somit eine Daseinsberechtigung gibt. Emotionen sind auch unsichtbar, aber sie sind real und existieren.
Liebe akzeptieren wir auch und wollen sie alle in unserem Leben haben, bei den anderen Emotionen sind wir uns meist nicht so sicher. Aber auch hier gilt die Polarität. Alles ist relativ und jegliche Emotion beinhaltet auch das Gegenteil in sich. Wenn ich Liebe in meinem Leben haben will, muss ich mich auch mit den Emotionen und Themen auseinandersetzen und ins Reine bringen, damit die Liebe Einzug halten kann.
Dies ist ein aktiver, eigenverantwortlicher Weg, der aus einem selbst heraus, aus dem eigenen Willen und Mut beschritten wird.
Heutzutage sind wir als Gesellschaft zu gesättigt in vielem und haben uns daran gewöhnt, dass wir alles immer sofort verfügbar haben können. Wir wachsen mit diesem Gefühl der sofortigen Verfügbarkeit auf und empfinden es als selbstverständlich.
Diese Selbstverständlichkeit übertragen wir dann auf andere Bereiche unseres Lebens und sind dann ent-täuscht, wenn etwas nicht klappt. Dabei ist Ent-täuschung ein wunderbarer Erkenntnisgewinn in Richtung Wahrheit. Die Täuschung ist fort.
Und diese Täuschung, dass auch Bewusstwerdung und Ent-wickelung als Mensch selbstverständlich ist und einfach während des Lebens nebenbei ?passiert?, ist genauso falsch, wie die Annahme, dass alles was wir an technischen Hilfsmitteln jetzt in unserem Leben nutzen können, schon immer da waren.
Erfindungen wurden gemacht und sind die Produkte aus Denk- und Anwendungsprozessen. Alle Ent-wickelungen/Fortschritte entstehen aus Prozessen.
Prozesse sind dynamisch immer in Bewegung und am Leben orientiert! Prozesse sind kunterbunt und alles andere als linear fortschreitend. Sie erfordern Weichheit, Geduld, unzählige Versuche, Reflektion, Mut, Wille und und und.
Leben ist ein Prozess, lassen wir uns darauf ein!
Folgendes Zitat von Goethe zum Thema Leben kann man wunderbar als Analogie in den heutigen Zeitbezug bringen als Orientierung wo wir stehen und wo es hingehen darf.
?Jedes Lebendige ist kein Einzelnes, sondern eine Mehrheit; selbst insofern es uns als Individuum erscheint, bleibt es doch eine Versammlung von lebendigen selbständigen Wesen, die der Idee, der Anlage nach gleich sind, in der Erscheinung aber gleich oder ähnlich, ungleich oder unähnlich werden können. Diese Wesen sind teils ursprünglich schon verbunden, teils finden und vereinigen sie sich. Sie entzweien sich und suchen sich wieder und bewirken so eine unendliche Produktion auf alle Weise und nach allen Seiten.
Je unvollkommener das Geschöpf ist, desto mehr sind diese Teile einander gleich oder ähnlich, und desto mehr gleichen sie dem Ganzen. Je vollkommner das Geschöpf wird, desto unähnlicher werden die Teile einander. In jenem Falle ist das Ganze den Teilen mehr oder weniger gleich, in diesem das Ganze den Teilen unähnlich. Je ähnlicher die Teile einander sind, desto weniger sind sie einander subordiniert. Die Subordination der Teile deutet auf ein vollkommneres Geschöpf.?
- Johann Wolfgang von Goethe -
Warum tun wir uns denn eigentlich so schwer mit Prozessen, Veränderungen und unserem Leben? Was steckt dahinter?
Welche Sprache wählt nun die Seele um uns durch den Körper auf unsere tieferliegenden Themen aufmerksam zu machen? Sie spricht mit uns bildhaft und funktionell in verschiedenen Ebenen.
Bildhaft: Der Ausdruck des Symptoms zeigt sich bildhaft und zeigt somit seelisch das Thema an, welches unterdrückt, nicht gelebt wird, oder es zu integrieren gibt. Auf der Ebene des jeweiligen Organs zeigt es sich dann nochmals und zwar funktionell
Funktionell: Jedes Organ hat eine Funktion und erfüllt somit eine spezifische Aufgabe, um den Körper so wunderbar funktionieren zu lassen. Betrachtet man die jeweilige Funktion im übertragenen Sinne und setzt das dann wieder in den Gesamtbezug des Körpers kann man ablesen, was (seelisch) fehlt. (Auf der Ebene, des jeweiligen Organs, auf der sich das Symptom zeigt, liegt somit funktionell etwas, was nicht im Reinen ist.)
Das nennt man auch Psychosomatik.
Der Begriff Psychosomatik stellt eine Zusammensetzung aus den altgriechischen Wörtern psyche (Atem, Hauch, Seele) und soma (Körper und Leib) dar.
Unsere Komfortzone ist unser individueller Bereich des Lebens der durch Bequemlichkeit und Risikoarmut geprägt ist. Sie beschreibt die durch Gewohnheiten definierten Grenzen eines Menschen, in denen er keine Anstrengungen aufbringen muss, um sich wohlzufühlen und mit der Umgebung zu interagieren. Dabei erstreckt sie sich auf alle Lebensbereiche und vermittelt uns absolute Sicherheit und ist somit ein angstfreier Zustand.
Wenn wir in Zeiten sozialer, politischer oder finanzieller Instabilität mit unseren Ängsten konfrontiert werden, verkleinert sich unsere Komfortzone. Darüber hinaus nehmen unser Sicherheits- und unser Kontrollbedürfnis zu und wir halten mehr denn je an alten Gewohnheiten fest.
Wir nähern uns einer Grenze und sind dem Schmerz sehr nah. Überschreiten wir diese Grenze oder ?schwappen? darüber, empfinden wir Schmerz. Somit ist Schmerz lediglich eine Information für uns. Schmerz ist komplett subjektiv in der Wahrnehmung, sowohl in Stärke, Triggern und Verknüpfungen.
Unsere Belegung dieser Information ist meist negativer Art, weswegen wir immer auf Vermeidung gehen. Im Fall von Komfortzonen haben wir ein Verlassen der Komfortzone mit einem Trennungsschmerz verknüpft. Je nach dem, wie für uns individuell das Thema Trennung belegt ist, empfinden wir es leichter oder schmerzhafter und können somit schneller agieren oder verfallen in Schockstarre.
Dabei ist Schmerz nur ein Hinweis auf eine Grenzüberschreitung und vom Wesen her neutral. Es sind unsere individuellen Prägungen und Erfahrungen damit, die dem ganzen eine Wertung beimessen.
Können wir die Neutralität von Schmerz akzeptieren und erkennen unsere persönliche Verstrickung damit, haben wir plötzlich eine ganz andere Sichtweise auf vieles. Wir erkennen, dass es wir selber sind, die getroffen sind und sich nicht einlassen können. Wir erkennen, dass wir immer und jederzeit unser Denken und unsere Einstellung zu etwas ändern können. Und wir erfahren, dass sich sofort etwas verändert, wenn wir unsere Einstellung dazu verändern. Wir beginnen unsere Eigenverantwortung zu übernehmen und werden Steuermann unseres Lebens, statt nur noch Passagier zu sein.
Akzeptieren wir den Schmerz, lassen wir los von alten Gewohnheiten und Vorstellungen und Durchschreiten wir ihn, erkennen eine Fülle neuer Möglichkeiten, die uns vorher verborgen waren.
Je öfter wir diese Erfahrungen machen und das Positive daraus ziehen können, desto mehr sind wir gewillt unsere Komfortzonen zu verlassen oder sogar bewusst durch uns selbst eine Veränderung herbeizuführen. In dem Fall wiegt der Wunsch nach persönlichem Wachstum und die Chance, die Neuerungen geben, größer als der Trennungsschmerz.
?Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere; aber wir sehen meist so lange mit Bedauern auf die geschlossene Tür, dass wir die, die sich für uns geöffnet hat, nicht sehen.?
- Alexander Graham Bell -
Dieser Spruch ist uns allen bekannt und wenn wir den Schritt gemacht haben, sind wir auch stolz auf uns und dankbar für die Erfahrung und Veränderung.
Wenn wir lernen, dass Loslassen Freiheit bedeutet und es schaffen uns von unseren Ängsten zu lösen, steht unserer Potentialentfaltung nix mehr im Wege. Unsere Ängste halten unseren Blick eng und lassen uns jegliche Situation aus der Froschperspektive erleben. Wir sind damit ?verstrickt? und sehen nicht klar.
Erst wenn wir uns erlauben ganz loszulassen und damit auch unsere Angst entlarven, verlassen wir unsere Sichtweise und ein Perspektivenwechsel tritt ein. Wir ?erheben? uns quasi, betrachten alles als Außenstehender und aus der Vogelperspektive. Unser Blick wird somit geweitet und wir haben wieder Klarheit. Veränderung und der Umgang mit Neuem und Unbekannten hängt unmittelbar mit dem Kohärenzgefühl zusammen.
Das Kohärenzgefühl erklärt wie der Mensch Belastungen negativer Art innerlich und damit auch weitgehend äußerlich standhalten kann. Laut Antonovsky haben gesunde Menschen ein hohes Kohärenzgefühl und fühlen sich mit sich, ihren Zeitverhältnissen in denen sie leben, ihrem Schicksal und anderen Menschen verbunden.
Diese Verbundenheit lässt Zusammenhänge erleben. Je mehr Zusammenhänge erlebt werden können, desto größer wird der Sinnbezug für die eigene Existenz.
Unser individueller Sinnbezug, unser ?warum? ist unser ultimativer Treiber im Leben, um auf verschiedenen Ebenen aktiv zu werden. Ein Mensch mit einem hohen Kohärenzgefühl erlebt das Leben meist positiv und hat grundsätzlich ?bessere?/mehr Bewältigungsstrategien. Der Gesundheits- und Krankheitszustand eines Menschen wird maßgeblich bestimmt von seiner allgemeinen Grundeinstellung der Welt gegenüber.
Das Kohärenzgefühl ist laut Antonovsky:
?eine globale Orientierung, die das Ausmaß ausdrückt, in dem jemand ein durchdringendes, überdauerndes und dennoch dynamisches Gefühl des Vertrauens hat, dass erstens die Anforderungen aus der inneren und äußeren Erfahrungswelt im Verlauf des Lebens strukturiert, vorhersehbar und erklärbar sind und dass zweitens die Ressourcen zur Verfügung stehen, die nötig sind, um den Anforderungen gerecht zu werden. Und drittens, dass diese Anforderungen Herausforderungen sind, die Investitionen und Engagement verdienen.?
Kurz gesagt müssen die folgenden drei Faktoren gegeben sein:
1. das Gefühl der Verstehbarkeit
2. das Gefühl der Handhabbarkeit
3. das Gefühl der Sinnhaftigkeit
Das Gefühl der Verstehbarkeit entscheidet darüber, ob ich die Welt als strukturiert und geordnet oder chaotisch und zufällig wahrnehme.
Je mehr Struktur, Verbindungen und Bezüge erkannt werden, desto klarer und transparenter wird die Welt. Man ist sicher und orientiert. Es geht bei der Verstehbarkeit darum Zusammenhänge und Bezüge zu finden, um dann die Dinge vor allem in Krisenzeiten in die richtigen Verhältnisse zu rücken. So schafft man Verständnis, Akzeptanz und einen Umgang damit.
Dies ist eine Grundvoraussetzung für Gesundheit. Menschen mit einem hohen Maß an Verständnis an die Zusammenhänge haben eine offene Haltung der Welt gegenüber und erleben sie als spannend und verstehbar.
Das Kohärenzgefühl erklärt wie der Mensch Belastungen negativer Art innerlich und damit auch weitgehend äußerlich standhalten kann. Laut Antonovsky haben gesunde Menschen ein hohes Kohärenzgefühl und fühlen sich mit sich, ihren Zeitverhältnissen in denen sie leben, ihrem Schicksal und anderen Menschen verbunden.
Diese Verbundenheit lässt Zusammenhänge erleben. Je mehr Zusammenhänge erlebt werden können, desto größer wird der Sinnbezug für die eigene Existenz.
Unser individueller Sinnbezug, unser ?warum? ist unser ultimativer Treiber im Leben, um auf verschiedenen Ebenen aktiv zu werden. Ein Mensch mit einem hohen Kohärenzgefühl erlebt das Leben meist positiv und hat grundsätzlich ?bessere?/mehr Bewältigungsstrategien. Der Gesundheits- und Krankheitszustand eines Menschen wird maßgeblich bestimmt von seiner allgemeinen Grundeinstellung der Welt gegenüber.
Das Kohärenzgefühl ist laut Antonovsky:
?eine globale Orientierung, die das Ausmaß ausdrückt, in dem jemand ein durchdringendes, überdauerndes und dennoch dynamisches Gefühl des Vertrauens hat, dass erstens die Anforderungen aus der inneren und äußeren Erfahrungswelt im Verlauf des Lebens strukturiert, vorhersehbar und erklärbar sind und dass zweitens die Ressourcen zur Verfügung stehen, die nötig sind, um den Anforderungen gerecht zu werden. Und drittens, dass diese Anforderungen Herausforderungen sind, die Investitionen und Engagement verdienen.?
Kurz gesagt müssen die folgenden drei Faktoren gegeben sein:
1. das Gefühl der Verstehbarkeit
2. das Gefühl der Handhabbarkeit
3. das Gefühl der Sinnhaftigkeit
Das Gefühl der Handhabbarkeit basiert auf einem klaren Bewusstsein der eigenen Fähigkeiten und Begrenzungen. Im Prinzip erlebt man die Welt und sich selbst als handhabbar.
Dazu gehört auch die Überzeugung, dass Schwierigkeiten lösbar sind und dass man über geeignete Ressourcen verfügt oder dass man sie aufbauen kann, um allen Anforderungen zu begegnen.
Dabei kann man auf eigene bzw. Erfahrungen anderer zurückgreifen, sei es nun vom Ehepartner, von Freunden, Kollegen, vom Arzt ? kurz, von jemandem, auf den man zählen kann, dem man vertraut.
Das Gefühl der Sinnhaftigkeit beschreibt das Ausmaß, mit dem man seinem Leben einen Sinn geben kann. Man stellt Herausforderungen, Schwierigkeiten, Probleme und Anforderungen in den Bezug des Wachstums und der Erfahrung, die damit gemacht werden kann.
Der persönliche Bezug wird hier genau unter die Lupe genommen und alle Handlungen oder unterlassen der Handlungen werden in diesen Bezugsrahmen eingeordnet.
Auch Schicksalsschläge werden akzeptiert und als Chancen gesehen etwas Positives daraus zu ziehen. Dabei wird der Blick auf das große Ganze immer miteinbezogen.
-> Das Kohärenzgefühl als Erlebnis von Verstehbarkeit, Sinnhaftigkeit und Handhabbarkeit der Welt wird vorwiegend von Erfahrungen in Kindheit und Jugend geprägt.
Nichtsdestotrotz besagt das Kohärenzgefühl per Definition schon, dass wir unser eigener Schöpfer unseres Leben sind, wenn wir eigenverantwortlich unterwegs sind. Wäre dem nicht so und die Prägungen unserer Kindheit bestimmten für immer unser Leben, wären wir alle Opfer und mit der Zukunft der Welt sähe es düster aus, weil es kaum zu Fortschritt kommen würde.
Fortschritt und Entwickelung, individuell wie global, findet immer durch Grenzüberschreitung statt.
Wenn Sie noch mehr über die Balance von Körper-Seele-Geist wissen wollen, dann geht es unter den Fragen für Sie weiter.
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Geist und Balance
Körper und Seele und deren Balance sind mittlerweile klarer, aber was hat es mit Geist auf sich?
Was ist unter geistiger Gesundheit zu verstehen und wie können wir diese erlangen?
Dazu gehört zwangsläufig ein Exkurs in Denken!
Geistige Balance und Gesundheit hängen viel davon ab, womit wir uns befassen und nähren auf einer mentalen Ebene. Dazu gehört die Wahl der Literatur, Medien, eben allem, was wir dann denkerisch erfassen und verarbeiten.
Die Qualität ist entscheidend. So wird das freie Denken durch das Lesen gewisser Texte stärker ausgebildet, als durch ein Youtube Video oder einer Audiodatei.
Geistige Stärke ist somit etwas, was wir uns aneignen können in unserem Leben, aber nicht müssen.
Alle Dinge, die auf absoluter Freiwilligkeit beruhen, also Dinge, bei denen es keinen äußeren Anlass gibt sie zu tun, gehen immer mit persönlichem Wachstum und Ent-wickelung einher.
Somit finden Themen, die der geistigen Ent-wickelung dienen, in unserem Leben meist zu einem späteren Zeitpunkt statt. Nämlich erst, wenn Körper und Seele ausgebildet sind.
Die Ausbildung des Geistes unterliegt am stärksten der Freiwilligkeit. Unser Körper und bis zu einem gewissen Grad auch die Seele werden für uns gebildet. Somit korreliert der Geist zwingend mit unserer inneren Motivation etwas zu tun, zu dem es keinen äußeren Anlass gibt.
Mit Denken in diesem Artikel ist nicht gemeint, dass wir vorgefertigte Muster übernehmen und uns in Denkschleifen kreisen.
Unter Denken ist sinnliches, leibbefreites, reines Denken gemeint, welches sich als einen aktiven schöpferischen Akt des Willens kennzeichnet und eine unmittelbare geistige Erfahrung darstellt.
Unser Geist wird geformt von der Art und Weise, wie wir zur Welt und unserem Leben stehen und vor allem darüber Denken.
Denke ich positiv und konstruktiv über die Welt und denke ich vor allem selbst? Oder lasse ich mich von anderen Gedanken beeinflussen, beziehe ich keine Stellung, habe ich keine Meinung?
Ein freier Geist denkt zu jeder Zeit selber und richtet sein Leben danach aus. Je mehr ich in Unfreiheit bin mit meinem Geist und dem Denken, desto weniger bin ich selbstbestimmt und führe mich selbst.
Ich lasse mich denken bzw. treiben und handele danach.
Freies Denken hat absolut nichts mit Intelligenz zu tun. Es (er)lebt sich in einem absoluten Vertrauen, während das unfreie Denken eher in Richtung Kontrolle auf der Polaritätsskala geht.
Die Krux an der Sache ist, dass derjenige, der unfrei denkt, sich dessen gar nicht bewusst ist. Weil er sich dessen nicht bewusst ist, ist er auch anfälliger für jegliche Formen der Manipulation, Kontrolle und Meinungsbildung.
Der freie Geist ist davon gefeit, weil im Hintergrund der Glauben an Höheres wirkt und er zusätzlich zu Gesetzen, Regeln und Autoritäten als höchste Instanz die Moral hat und sich der Moral verpflichtet fühlt.
Moralische Aspekte sind losgelöst von (menschengemachten Regeln und Gesetzen) und haben immer überpersönliche Aspekte zum Ziel. Sie dienen dem Wohle aller und sind frei von Machtthemen oder Abhängigkeiten jeglicher Art. Sie zielen auf Gesamtentfaltung und Freiheit auf allen Ebenen ab. Die treibenden Kräfte dahinter sind Liebe und Wahrheit.
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Geistige Gesundheit umfasst auch eine weitere wichtige Superkraft, und zwar die Gemütsruhe. Das Wort Gemütsruhe kennt heutzutage kaum jemand mehr und wird oft durch die Begriffe Gleichmut oder Gelassenheit übersetzt.
Gemütsruhe beschreibt die Fähigkeit, auch in schwierigen, gefühlsmäßig und emotional belastenden Situationen ruhig und besonnen zu bleiben.
Diese Fähigkeit erlaubt es einem in sich verwurzelt zu bleiben und auch in schwierigen Situationen, sich, seinen Maximen und Werten treu zu bleiben und sich dementsprechend zu verhalten. Man bleibt im wahrsten Sinne des Wortes in seiner Mitte und steht zwischen Sympathie und Antipathie. Man schlägt weder in die eine noch in die andere Richtung aus, sondern beweist Gleichmut.
Gemütsruhe ist eine gemischt seelische und geistige Fähigkeit. Entsteht sie doch aus der Fähigkeit selbst und vor allem frei zu denken und sich selbst zu führen. Somit hat sie geistigen Ursprung.
Da die jeweiligen Situationen, in denen Gemütsruhe gefordert wird aber oft emotionaler Natur sind und darüber hinaus noch eine gewisse Tat erfordern, ist Gemütsruhe ebenso eine Seelenkraft. Und auch der Körper steht hier in Verbindung, vor allem wenn die Entscheidung eine aktive körperliche Tat nach sich zieht.
Zurück zum Thema Balance:
Betrachtet man die einzelnen Facetten Körper, Seele, Geist und die Faktoren, welche zu Gesundheit oder Krankheit führen und setzt diese in Bezug, so wird auch hier wieder deutlich, dass Körper und Seele klar mit uns kommunizieren und wir diese auch bewusst wahrnehmen können.
Was geistige Gesundheit und Balance angeht so tappen wir noch ziemlich im Dunkeln, weil das etwas ist, was wir aus uns heraus ausbilden wollen.
Wollen deswegen, weil kein äußerer Anlass besteht dies zu tun. Im Sinne unseres persönlichen Wachstums ist geistige Stärkung unerlässlich und im Sinne einer Gesamtgesundheit essenziell.
Gerade in der heutigen Zeit, in der wir leben. Getrieben und reizüberflutet, alles ist ständig verfügbar.
Da ist es umso wichtiger sich darauf zurückzuführen etwas in sich ausbilden zu wollen und nicht in der Bequemlichkeit der Komfortzone hocken zu bleiben.
Somit schließe ich mit einem Zitat einer mir hochgeschätzten Persönlichkeit, Rudolf Steiner:
?Wie unser Wollen zustande kommt, ist dem gewöhnlichen Bewusstsein ganz, ganz unbekannt, eigentlich so unbekannt wie der Schlaf. Der Mensch, wenn er etwas will, hat den Gedanken; der ist klar und hell. Er entwickelt dann etwas dunkler über diesen Gedanken das Gefühl. Und dann geht der gefühlsdurchdrungene Gedanke hinunter in die Glieder. Was da vorgeht, das erlebt der Mensch mit dem gewöhnlichen Bewusstsein nicht.?
- Rudolf Steiner -
* Anmerkung an den Text Ent-wickelung an Rudolf Steiner und seine Schreibweise angelehnt, ganz bewusst!!
Geistige Gesundheit lässt sich am besten exemplarisch durch ein Beispiel vermitteln:
Wenn die Massen ein Thema beschäftigt und dauerhaft präsent bewegt wird, was dann zu einer Hysterie, Panik oder Angst führt, zeigt sich am deutlichsten, wie es um unsere geistige Balance oder Gesundheit bestellt ist.
Auch hier greift wieder das Gesetz der Polarität. Ich entscheide individuell für mich wo auf der Skala von Panikmache vs selbstbestimmtem Denken ich mich einordne.
Die breite Masse zeigt wie gesagt immer eine gewisse Richtung an und gibt Orientierung über das jeweilige Thema. Am Beispiel von Meinungsbildung, Verbreitung durch Medien, Politik und Autoritäten kann man ablesen, wie weit es mit der Eigenverantwortung im Denken und Handeln bei jedem Einzelnen und dem Kollektiv bestellt ist.
Geht etwas viral oder verbreitet sich viral geht es genau um dieses Massenphänomen. Viral und Viren haben nicht umsonst den gleichen Wortstamm. Per Definition benötigen Viren einen Host/ eine Wirtszelle, um sich vermehren zu können.